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5. Mai 2000 - Anwohner laufen gegen Brücken-Planung Sturm (Sächsische Zeitung)

Bürgerinitiative fordert Korrektur auf der Waldschlösschen-Seite

Der für Ende 2000 versprochene Baubeginn für die Waldschlösschenbrücke könnte sich erneut verschieben. Der Grund: Eine Bürgerinitiative läuft jetzt gegen die Planung Sturm.

An der Radeberger Straße hat sich eine Bürgerinitiative gegen die Waldschlösschenbrücke formiert. “Wir wollen die Brücke nicht verhindern, fordern aber eine Korrektur der Pläne”, sagt Karl Hofmann von der über 100-köpfigen Initiative. Die vorgesehene Lösung sei anwohnerfeindlich und unakzeptabel.

Grund für die Aufregung: Die Waldschlösschenbrücke soll nicht direkt mit der Bautzner Straße verbunden werden. “Stattdessen wird der Verkehr über die Radeberger-, Charlotten- und Heideparkstraße geführt und damit einseitig zu Lasten dieser Straßen verlagert”, ärgert sich Hofmann, der an der Radeberger Straße Wohneigentum besitzt. “Die amtlichen Lärmwerte würden dann über 70 Dezibel liegen.” Das sei bereits im gesundheitsgefährdenden Bereich.

Nach Meinung der Initiative wird durch den geplanten Zufahrtstunnel auf der Radeberger Straße auch unvertretbar viel privater Grund und Boden beansprucht. “Die Zufahrt kommt bis zu zwei Meter an die Bebauung ran und rasiert das gesamte Wohnumfeld weg”, sagt Hofmann. “Dadurch werden in dem denkmalgeschützten, dicht besiedeltem Gebiet dringend benötigte Kfz-Stellplätze vernichtet.” So hätten die neun Mietparteien in der Radeberger Straße 50 künftig nur noch zwei Parkplätze.

Die Bürgerinitiative hat deshalb OB und Stadträte in einer Resolution aufgefordert, die Pläne nochmal zu überarbeiten. Die Tunnel-Anbindung an die Radeberger Straße soll ganz wegfallen. Dafür soll die Bautzner Straße durch Tunnel oder oberirdische Lösung direkt mit der Brücke verbunden werden (siehe Grafik). Ein entsprechender Einspruch ist auch ans Regierungspräsidium (RP) gegangen.

Die Stadt will jetzt abwarten, wie das RP reagiert. “Der Hinweis wird von der Aufsichtsbehörde wie jeder andere geprüft”, sagt Rathaus-Sprecher Ulrich Höver. “Möglich, dass sich daraus dann Auflagen bzw. Änderungen ergeben.” Ende Juni sei ein Erörterungstermin geplant.

Laut Höver habe die Stadt allerdings bewusst auf eine Direkt-Anbindung der Bautzner Straße verzichtet. “Damit bekämen wir Stau ohne Ende”, sagt er. Eine Tunnel-Lösung wie an der Radeberger Straße sei an der Bautzner nicht möglich, da das Bauwerk dann so groß würde, dass die Blickbeziehungen gestört würden. Die Initiative will sich damit nicht zufrieden geben. Hofmann: “Ohne Umplanung ist eine langjährige Auseinandersetzung mit den Anwohnern programmiert.”

Sächsische Zeitung, Freitag, 5. Mai 2000